Multipotentialite oder Ich bin ein buntes Zebra

Multipotentialite, Buntes Zebra, Scanner oder Vielbegabte:
Mehrere Begriffe für ein und die selbe Persönlichkeit…

Jeder ist auf der Suche nach seiner Berufung im Leben. Etwas das er mit all seiner Leidenschaft machen möchte. Etwas das Ihm immer erfreut.
Aber was wenn es für mich nicht nur diese eine Berufung gibt?
Was wenn ich hunderte habe und nicht weiß was ich nun tun soll?

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern. Durch einen Zufall hatte ich herausgefunden, was “mit mir nicht stimmte”. Es war ein Sonntag im Sommer 2018. Ich lag mit meinem Morgenkaffee in der Hand im Garten in meiner Hängematte. Mein iPad hatte ich mit um Facebook & Co zu checken.
In einer Gruppe auf Facebook fand ich den Beitrag einer Frau, die sich für einen Buchtipp bedankt hat.
Sie habe durch dieses Buch endlich herausgefunden das es völlig ok sei viele Interessen zu haben. Einfach weil sie eine sogenannte “Scannerpersönlichkeit” sei.
Neugierig habe ich den Begriff Scannerpersönlichkeit gegoogelt.

Scannerpersönlichkeit

Definiert und bekanntgemacht hat diesen Persönlichkeitstyp die amerikanische Unternehmerin und Karriereberaterin Barbara Sher.

Die Merkmale der „Scannerpersönlichkeit“ beschreibt Barbara Sher in Abgrenzung zu einem anderen Typus, den sie „Taucher“ nennt: Taucher brennen für eine Sache, der sie sich oft ein Leben lang widmen. Scanner hingegen bewegen sich neugierig durch die Vielfalt möglicher Themen, Berufe, Hobbys: Sie leben in einem ständigen Wechsel von Kennenlernen, Hineinstürzen, Aufsaugen, Durchleben und Wiederloslassen. Oft sind sie mit mehreren Ideen oder Unternehmen gleichzeitig beschäftigt, denen sie sich parallel oder im Wechsel widmen. Offen für die unterschiedlichsten Dinge, sind sie initiativ und oft hocheffizient in der Durchführung des jeweiligen Projekts. Das müssen sie allerdings auch sein. Denn sie haben wenig Durchhaltevermögen, wenn etwas sie nicht mehr interessiert – Scanner hassen es, sich zu langweilen.

Barbara Sher

Ich persönlich mag dem Ausdruck “Scannerpersönlichkeit” nicht besonders. Da gefällt mir die Beschreibung von Anna Hinze mit dem bunten Zebra schon viel besser:

Wie würde sich wohl ein buntes Zebra, das in der afrikanischen Steppe lebt, in einer Herde von Haflingern fühlen?
Es reicht schon, ganz alleine schwarz-weiß gestreift zu sein, um außerordentlich aufzufallen. Dennoch sind auch schwarz und weiß Farben, die in der Natur vorhanden sind und als normal empfunden werden. Wie viel mehr Auffälligkeit würde dann bedeuten, wenn ein Zebra nicht nur schwarz-weiß gestreift wäre, sondern mit bunten Streifen durch das Leben geht?
So wie dieses buntes Zebra fühlen sich hochbegabte, vielbegabte, hochsensible und oder hochsensitive Menschen in ihrem normalen Umfeld.
Mit diesem Vergleich ist keineswegs eine Bewertung verbunden. Haflinger zu sein ist nicht gut oder schlecht. Die Welt der Haflinger ist einfach nur sehr anders, als die Welt der bunten Zebras und hinzu kommt, dass es wesentlich mehr Haflinger gibt als bunte Zebras.

Anna Heintze

Nun wusste ich also bescheid…

Da hatte ich also endlich herausgefunden was mit mir los war. Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen. Besonders, wenn ich das Interesse an einer Sache verlor in die ich Wochen oder sogar Monate mein ganzes Herzblut (und eventuell auch den einen oder anderen Euro) gesteckt hatte.
Es war genau so wie sie es beschrieben hatte.

Begann mich ein Thema zu interessieren, so saugte ich alles wie ein Schwamm auf. Blogs, Videos, Bücher, einfach alles. Hatte ich mir dann genügend Wissen angeeignet ebbte dieses Interesse meistens so schnell wie es gekommen war auch wieder ab. Bis wieder etwas anderes mein Interesse zu wecken begann und das Ganze von vorne los ging.
Ich traute mich schon gar nicht mehr Anderen von meinen neu entdeckten Interessen zu erzählen. Dies wurde dann meist nur mit einem gekonnten Augenrollen quitiert. Mit der offensichtlichen Frage: “Na, wie lange hält wohl diesmal die Begeisterung an?”
Nun war ich also beruhigter, denn ich wusste, dass es ok ist und ich nicht alleine bin.

Wenn ich mich in meinem Zimmer umblicke, entdecke ich einige solcher Projekte die ich mit Begeisterung angefangen habe. Welche nun still und leise darauf warten wieder entdeckt zu werden.

Meine Leichen

Tarotkarten, 100te Bücher, Mikrofon für Podcast/Video, Stickrahmen samt Garn, Steinperlen für Malaketten, Wolle zum Stricken, Notitzbücher fürs Journaling, Kleber+PostIts+Fotos+Erinnerungstücke zum Einbringen ins Tagebuch, Aquarellfarben samt zugehörigen Papier usw.

Es ist ja nicht so, das, wenn das Interesse einmal weniger geworden ist, es ganz weg geht. Immer wieder flammen diese auf und werden wieder hervorgeholt. Deswegen fällt es mir auch so schwer mich von Dingen zu Trennen. Ich könnte sie ja mal wieder brauchen…

Im Laufe der Jahre gab es nur ein großes Thema das meine Aufmerksamkeit länger als ein paar Monate auf sich gezogen hatte.

Die Fotografie.

Vor etwa 12 Jahren hat sie mein Interesse geweckt und mich seit dem nicht mehr losgelassen. Alles was ich zu diesem Thema weiß habe ich mir selber beigebracht. Stand ich vor einen Problem in Photoshop das es zu lösen gab halfe mir Google weiter. Irgendjemand hatte dazu eine Lösung parat und stellte sie im Netz zur Verfügung.

Es dauerte aber auch etwa 5-6 Jahre bis ich festgelegt hatte, welches Gebiet der Fotografie mein Gebiet war. Ich hatte vieles ausprobiert. Fand ich ein Thema wollte ich es auch umsetzten. Infrarotfotografie, alternative Printmethoden, Makrofotografie um nur einige zu nennen. Viel Equipment wurde gekauft und wieder verkauft. Lange hatte ich den Glauben, dass, wenn ich die Kamera bzw. das Objektiv verwenden würde welches XY verwendete, dann würde ich auch so tolle Bilder wie XY machen. Ich fang meinen Weg als ich begann Menschen zu fotografieren. Ich hatte meine “Berufung” gefunden. Das war es was ich machen wollte. Menschen fotografieren. Dazu machte ich 2013 sogar die Meisterprüfung für Fotografen. Diese schaffte ich auch, ohne dafür vorher irgendeinen Kurs besucht zu haben.

Zwar ebbte das Interesse an Fotografie auch immer wieder ab, aber nie so sehr, dass ich ganz damit aufhörte.

Interessantes zu diesem Thema

Seit ich entdeckt habe das ich eine sogenannte Vielbegabte bin, habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Wer denkt das er auch ein buntes Zebra unter lauter Haflingern ist, dem kann ich folgende Infoquellen empfehlen um sich darüber zu informieren:

Einen guten TED-Talk von Emilie Wapnick, allerdings auf Englisch, findest du hier:

Ebenso empfehlenswert ihre website puttylike.com

Diese Bücher habe ich zum Thema Multipotential gelesen und kann sie sehr empfehlen:

Hierbei handelt es sich um Affiliatelinks bei Amazon

Lesen hier vielleicht noch andere bunte Zebras mit? Wie habt Ihr herausgefunden das Ihr etwas besonderes seid? Würde mich über Eure Nachricht in einem Kommentar sehr freuen.

0



Leave a reply:

Your email address will not be published.

Site Footer