Kleines Keto 1×1

Vor über einer Woche habe ich wieder in die ketogene Ernährung gefunden und darüber bin ich sehr froh. Aus diesem Grund lese ich auch wieder vermehrt auf Facebook in “meinen” Ketogenen Gruppen und ganz oft stolpere ich da über Beiträge die wie folgt oder ähnlich klingen:

Hallo und guten Tag. Ich bin etwas gefrustet: seit Mitte Januar bin ich dabei. Laut Streifen auch immer in Ketose. Die Waage rührt sich nicht. Hab sogar zugenommen. Macht das etwas aus, daß ich nicht genug Fett zu mir nehme.? Kann nicht z.B. löffelweise Öl trinken. Allerdings hab ich auch Probleme mit zuviel Eiweiß in meinem Essensplan. Brauch eure Hilfe.

Ich möchte nun diesen Beitrag als Anlass nehmen und einiges zum Thema ketogene Ernährung zu erklären:

Hallo und guten Tag. Ich bin etwas gefrustet: seit Mitte Januar bin ich dabei. Laut Streifen auch immer in Ketose.

Mit diesen “Streifen” sind wohl Urinteststreifen gemeint. Diese werden leider von ganz vielen verwendet um eine Ketose zu messen, was nicht möglich ist, da diese Pipistreifen lediglich anzeigen wie viele Ketonkörper der Körper ungenutzt, ich betone es nochmal: UNGENUTZT!, ausscheidet. Also nix mit je dünkler die Farbe desto besser, denn da Gegenteil ist der Fall: Ist man in guter Ketose bzw. Fettadaptiert, sprich der Körper hat gelernt die von Ihm produzierten Ketone zur Energiegewinnung zu nutzen, dann gibt er nur mehr wenige bis keine mehr her, scheidet keine/wenige aus und der Pipistreifen zeigt wenig bis nix an, was in diesem Fall aber wunderbar ist, denn der Körper ist nun eine Fettverbrennungsmaschine! Gratulation! (Aber auch während man in Ketose ist können diese Streifen schön bunt ausfallen, mämlich dann, wenn der Insulinspiegel aus welchem Grund auch immer steigt und der Körper deswegen vermehrt Ketonkörper ausschüttet!)
Tatsächlich lässt sich eine Ketose nur mit einem Bluttest (dies mache ich) durchführen, eventuell noch mit einem Atemmessgerät (damit kenne ich mich aber nicht aus und gehe nicht weiter darauf ein!).
Und auch da gibt es dann Leute die meinen je höher der Wert, desto besser. Fakt ist aber, das alles ab 0.5mmol/l mit einem Blutmessgerät gemessen bedeutet das man in Ketose ist. Höherer Wert bedeutet nicht, das es besser ist, man schneller abnimmt…
Aber auch dieser Wert sagt leider nix darüber aus wie gut/effizient die Ketose ist.

Die Waage rührt sich nicht. Hab sogar zugenommen.

In den Medien und in diversen SocialMedia Kanälen wird die Ketogene Diät (ich mag das Wort Diät in diesem Zusammenhang nicht, da es für mich in der heutigen Zeit negativ mit “Schnell viel Abnehmen in möglichst geringer Zeit” verbunden ist und eine Ketogene Ernährungsweise eben genau das nicht ist, denn es ist eine Ernährungsumstellung, kein schneller Fix bei Übergewicht… man muss schon dabei bleiben um Erfolge zu erzielen und dann später auch zu halten!)
Auch das ist leider ein Irrglaube.
Man muss sich den Körper als eine Ansammlung von vielen Baustellen vorstellen, möglicherweise ist der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht oder er hat mit diversen Entzündsherden an verschiedenen Stellen zu kämpfen. Während einer ketogenen Ernährung erstellt der Körper nun einen Reparaturplan dieser Baustellen, dieser beinhaltet alles was es zu richten gibt im Körper, darunter mag auch Gewichtsabnahme sein. Das Blöde daran ist aber, dass nicht du entscheidest in welcher Reihenfolge diese Baustellen repariert werden sollen, sondern dein Körper erstellt eine Liste von sehr wichtig bis weniger wichtig und beginnt diese nun abzuarbeiten.
Steht dann der Gewichtsverlust z.B. nicht an erster Stelle, dann arbeitet er auch nicht daran, sondern beginnt erst dann damit abzunehmen, wenn alles andere, was davor auf seiner Liste steht, abgearbeitet und repariert ist.
Also bitte nicht verzagen oder gar aufhören mit dieser Ernährungsweise, du bist trotzdem auf dem richtigen Weg! Es dauert eben nur bis sich Gewichtstechnisch etwas tun wird!
Die Ketogene Ernährungsweise ist eben viel mehr als schnell man Gewicht verlieren, ausserdem haben wir uns ja die extra kg auch nicht in 4 Wochen draufgefuttert, los werden wollen wir sie aber am besten in so einem kurzen Zeitraum…

Macht das etwas aus, daß ich nicht genug Fett zu mir nehme.? Kann nicht z.B. löffelweise Öl trinken.

Muss ich mein Auto mit Benzin/Diesel tanken um damit fahren zu können? Ja, musst du! In der ketogenen Ernährung ist Fett die Energiequelle Nr.1, da man ja die Kohlenhydratezufuhr dramatisch drosselt (<20g). Bisher haben sich die meisten “normal” ernährt, also die Energie aus Kohlenhydraten gewonnen. Wenn ich diese nun aber wegnehme, dann muss ich sie durch etwas anderes Ersetzen um auf dem gleichen Energielevel bleiben zu können, in unserem Fall also mit Fett.
Und ich kenne keinen der sich ketogen ernährt und Öl löffelweise trinkt. Das ist auch so ein Irrglaube den viele haben. Ich nehme die benötigten gesunden(!) Fett über meine normalen Mahlzeiten zu mir. Wer Probleme hat diese “Menge” in den Mahlzeiten unter zu bringen, der kann z.B. auf einen BPC (BulletProofCaffee) zurückgreifen. Damit decke ich z.B. schon fast die Hälfte meines Tagesbedarf an Fett ab. Da bleibt dann nicht mehr so viel Fett übrig, das in die beiden anderen Mahlzeiten gepackt werden muss (ich trinke meinen BPC so gegen 10Uhr als Frühstück).
Einfach dem Salat eine extra Portion Olivenöl gönnen oder über der Gemüsebeilage eine wenig Butter schmelzen lassen…
Es gibt so viele Möglichkeiten mehr Fett zu sich zu nehmen, keiner muss es mit dem Löffel essen/trinken!
Auf Pinterest z.B. findet man tausende “Fatbomb”(=kleiner Snack mit jeder Menge Fett drinnnen) Rezepte, sowohl süß als auch salzig. Da findet sich für jeden Geschmak etwas.
Hier gleich mal drei Rezepte für leckere Fatbombs:

Allerdings hab ich auch Probleme mit zuviel Eiweiß in meinem Essensplan.

Ein Fehler den viele “Anfänger” der ketogenen Ernährung machen. Viel (mageres) Fleisch/Speck mit ein bischen Gemüse… Oder Käse, der hat auch viel Fett, allerdings eben auch viel Eiweiß. Zuviel an Eiweiß kann tatsächlich ein Problem werden, z.B.wegen der Umwandlung der glucogenen Aminosäuren (=Eiweiße) in Glucose, also alles Eiweiß das nicht zum Aufbau von Muskeln und anderem verbaucht wird, wandelt der Körper in Glucose um, diese lässt den Blutzucker steigen und schon werden Ketone ausgeschieden, weil nicht verwendet, da Glucose leider ein viel angenehmerer Energieträger ist und primär verwednet wird.
Man tut gut daran, nach erfolgter Ketoadaption die Proteinmenge im Blick zu behalten.
Mehr als 0,8 bis 1,2g/kg bezogen auf die fettfreie Körpermasse (Idealgewicht nach Brocca: Normalgewicht -10% = Eiweiß in g) sind unnötig (Sportler orientieren sich an der Obergrenze, der Rest an der Untergrenze), dann passt es auch mit der Eiweißmenge!

Die ketogene Ernährung hört sich erst einmal simpel an, wenige Kohlenhydrate mit viel Fett, doch ist es leider nicht so einfach.
Es gibt einiges dabei zu beachten um einen gesunden ketogenen Lebenstil zu leben.
Das Internet ist da ein Füllhorn an Information, leider sind aber nicht alle Informationen die zur Verfühgung stehen auch richtig oder wahr.
Wer tiefer in diese Materie eintauchen will, dem kann ich nur folgendes Buch ans Herz legen:

Der Keto-Kompass: Aktuelles Wissen über ketogene Ernährung, Ketone und Ketose – Wirkweisen, Anwendungen und Chancen

Die ketogene Ernährung, die sich durch viel Fett und sehr wenig Kohlenhydrate auszeichnet, liegt im Trend, weil sie nicht nur beim Abnehmen hilft, sondern auch vielen Erkrankungen wie Alzheimer, Krebs oder Diabetes entgegenwirkt.
In diesem Buch erklärt das Autorenteam aus vier Keto-Expertinnen fundiert, warum Keto gesundheitsförderlich ist und welche Lebensmittel die Ketonbildung fördern. Wissenschaftler und Ärzte aus aller Welt berichten, wie und wann sie die Ketose therapeutisch einsetzen. 30 leicht nachzukochende Rezepte aus der modernen Keto-Küche zeigen, wie gut ketogene Gerichte schmecken können. Der Keto-Kompass ist das Grundlagenwerk für alle, die die Keto-Ernährung selbst ausprobieren oder Ketone in der Therapie anwenden möchten.

Ich hoffe ich konnte ein paar Irrtümer richtig stellen, manchmal verzweifle ich daran, das man sich nicht genauer informiert bevor man so etwas wichtiges wie seine Ernährung umstellt.
Möchte noch anmerken, das diese Ausagen auf meinen persönlichen Erfahrungen oder Wissen beruhen, ich versuche mit besten Wissen und Gewissen zu recherchieren, kann jedoch keine Garantie für die Richtigkeit der Inhalte gewährleisten!
Sollte jemand noch Fragen zu diesem Thema haben bitte einfach einen Kommentar hinterlassen. Danke!

 

 

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